Schlagwort-Archiv: Munin

Servermonitoring mit Munin

Als Systemadministrator möchte man häufig wissen, wie die eigenen Server so ausgelastet sind. Sei es um „beweisen“ zu können, dass man mehr oder neuere Server braucht oder um rauszufinden wann Lastspitzen auf welchem Server auftreten. Klingt erst einmal nicht so einfach da ein geeignetes Tool zu finden, dass nicht für noch mehr Last auf den Produktivsystemen sorgt und dazu noch einfach zu handhaben ist (man möchte ja nicht seine Zeit damit verbringen, das Monitoring zu konfigurieren, sondern damit Ergebnisse auszuwerten und entsprechend darauf zu reagieren). Eine alles-inklusive Lösing ist da z.B. Zabbix. Zabbix macht zwar einen sehr professionellen Eindruck, ist für meine Einsatzzwecke aber bisher immer viel zu „aufgeblasen“ gewesen. Außerdem gibt es da noch Ganglia, aber auch das finde ich nicht besonders intuitiv.

Einen guter Kompromiss stellt Munin für mich dar. Unter Debian ist Munin sehr schnell installiert und konfiguriert. Es reicht dazu auf den „nodes“, also den Rechnern die man überwachen möchte, das Paket munin-node via apt-get zu installieren. Auf dem Server, der die Daten sammeln soll, wird dann das Paket munin installiert.

Die Konfiguration gestalltet sich sehr einfach, in /etc/munin/munin-node.conf sollte man mit allow die IP spezifizieren, mit der der Sammel-Server verbinden wird. Wichtig ist darauf die etwas „komisch“ erscheinende Regex-Notation zu benutzen. Aus 127.0.0.1 wird dadurch z.B. ^127\.0\.0\.1$. Alles andere kann erstmal auf den Standard-Einstellungen bleiben.
Auf dem zentralen Server muss dann noch /etc/munin/munin.conf angepasst werden. Wichtig ist, für jeden Server der überwacht werden soll kurz eine eigene Sektion einzufügen, hier am Beispiel von www.peterchen.net:
[www.peterchen.net]
address www.peterchen.net
use_node_name yes

Nach Veränderungen der Konfiguration sollte man Munin mit /etc/init.d/munin-node restart neustarten. Nach wenigen Minuten dürften die ersten Informationen in der Weboberfläche von Munin erscheinen. Wo Munin die Oberfläche erzeugt, wird auch in der munin.conf festgelegt. Standard ist (bei Debian) /var/www/munin.

Ein Munin in Aktion kann beispielweise hier betrachtet werden: http://munin.ping.uio.no/.

Wenn in den Graphen noch keine Daten erscheinen, sollte man folgende Dinge überprüfen:

  • Kann der Sammelserver über den Standard-Munin-Port 4949 auf die Nodes verbinden (kann man mit netcat ausprobieren)? Liefert die jeweilige Node den richtigen Namen zurück (d.h. den, der auch in der Config verwendet wird)?
  • Sind die Rechte in /var/lib/munin richtig gesetzt?